Das Projekt Vogeldorf Alchenstorf

Mit dem Projekt Vogeldorf Alchenstorf soll die Biodiversität in der Landwirtschaft aber auch im Siedlungsgebiet, exemplarisch an ausgewählten Vogelarten, gefördert werden. Dazu soll die Landwirtschaft, aber auch die übrige Bevölkerung ihren Beitrag leisten. Die Landwirtschaft hat in den letzten Jahren und Jahrzehnten bereits einiges getan, das in die richtige Richtung geht (ÖLN, Zunahme Biodiversitätsförderflächen etc.). Es braucht aber sicher noch zusätzliche Anstrengungen, um den Biodiversitätsschwund zu bremsen resp. umzukehren. Auf der anderen Seite hat auch die nichtlandwirtschaftliche Bevölkerung eine Verantwortung die Biodiversität zu erhalten und zu fördern. Ein Grossteil der Bevölkerung ist sich des Verlusts der Biodiversität und dessen Konsequenzen für Gesellschaft und Wirtschaft nicht bewusst (gfs.bern, 2013).

 

Im Gegensatz zur Landwirtschaft besteht auf der Grünfläche im Siedlungsgebiet kein Druck etwas für den Lebensunterhalt zu produzieren resp. Geld damit zu verdienen. Ein wichtiger Ansatz in der Zukunft muss es sein, das Bewusstsein für den Wert und die Bedrohung der Biodiversität bei der Bevölkerung zu stärken und Wege zu deren Erhaltung und Förderung aufzuzeigen.

 

Konkret werden mit dem Projekt die folgenden vier zusammenhängenden Ziele angestrebt:

  • Förderung der schweizerischen Biodiversität im Allgemeinen durch die...
    • Förderung ausgewählter Vogelarten in der Landwirtschaft und im Siedlungsbereich mittels...
      • Aufklärungsarbeit, Motivation und Begeisterung für die Biodiversität
      • Erarbeitung und Etablierung neuer Geschäftsmodelle (unabhängig von Bundesgeldern), um Biodiversitäts-Förderprojekte zu finanzieren.

Als Modell soll das Dorf Alchenstorf dienen. Der Ansatz hat Pilotcharakter und soll so aufgebaut sein, dass eine Übertragung schweizweit möglich ist.

 

 

Die Situation für die Vögel

Das Bundesamt für Umwelt BAFU (2017b) hält in seinem Bericht „Biodiversität in der Schweiz: Zustand und Entwicklung. Ergebnisse des Überwachungssystems im Bereich Biodiversität, Stand 2016“ fest, dass sich die Gefährdungssituation bei den Brutvögeln insgesamt nicht verbessert hat. Eine differenziertere Analyse mache deutlich, dass sogar eine Verschlechterung stattgefunden habe. Die Zahl der Arten, die in eine höhere Gefährdungskategorie eingestuft werden mussten, ist grösser als die Zahl der Arten, die tiefer eingestuft wurden. Dementsprechend ist auch der Swiss Bird Index für die Brutvogelarten der Roten Liste seit 1990 negativ. In den letzten Jahren scheint sich der Index jedoch auf tiefem Niveau zu stabilisieren.

Oft wird die Landwirtschaft als Alleinverursacher der heutigen Situation hingestellt. Im Bericht des BAFU wird aber auch die Problematik des Siedlungsraumes in Bezug auf die Beeinträchtigung der Biodiversität und die Möglichkeiten eines Beitrages zur Verbesserung festgehalten: „Die fortschreitende Bodenversiegelung, die Zerschneidung der Lebensräume, Wasser- und Luftbelastungen sowie hohe Lichtemissionen beeinträchtigen die Biodiversität im Siedlungsraum. Urbane Bedingungen ermöglichen aber auch eine Vielfalt von Lebensräumen, die als Refugium für Arten dienen, die ihren natürlichen Lebensraum verloren haben" (Bundesamt für Umwelt BAFU, 2017b).

 

Ein Projekt für die ganze Bevölkerung

Das Projekt soll bewusst in Zusammenarbeit von Landwirtschaft und Wohnbevölkerung aufgebaut werden. Einerseits um die Bürgerinnen und Bürger auf die Bedeutung und die Situation der Biodiversität und auf die eigene Verantwortung und Möglichkeiten aufmerksam zu machen. Andererseits aber auch, um die bestehenden Anstrengungen der Landwirtschaft und die bereits erbrachten Leistungen für die Allgemeinheit aufzuzeigen und Aufklärungsarbeit zu leisten. Was wiederum das Verständnis für die Landwirtschaft fördernt. Es sollen ganz bewusst Fördermassnahmen auf dem Landwirtschaftsland und im Siedlungsraum ergriffen werden. Die ausgewählten Vogelarten dienen als Schlüssel für die Förderung der Biodiversität als Gesamtes.

 

Neuer Ansatz der Finanzierung

Das Projekt soll nach einer Startphase ohne weitere Fremdfinanzierung von aussen auskommen. Es sollen ganz bewusst keine zusätzlichen Bundesgelder beantragt werden. Das nötige Geld um das Projekt weiterzubringen, soll mit neuen Geschäftsmodellen aufgebracht werden. Das könnten zum Beispiel Vogelpatenschaften, Vogelfeste oder  den Verkauf von regional erzeugten Produkten sein. Welche Modelle in Frage kommen und wie sie aufgegleist werden sollen ist Teil dieses Projektes. Die Abteilung WIR-SÜD der HAFL kann in diesem Bereich wertvolle Entwicklungsarbeit leisten.

 

Download
Gesamter Projektbeschrieb Vogeldorf Alchenstorf
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Projektträgerschaft

Das Vogeldorf Alchenstorf  ist eine Zusammenarbeit  von HAFL, Berner Bauern Verband, Birdlife Schweiz, BAFU, Gemeinde Alchenstorf und Thea und Andreas Aebi .

 

Die Fotos werden freundlicherweise zur Verfügung gestellt durch den Natur- und Vogelschutzverein Wasen im Emmental.